• Yvonne Wertli
  •    

    Schildkröten

     

    Das ist unsere grosse Heidi mit dem schönen und gesunden Panzer.

    Heidi soll laut der Schildkrötenauffangstation noch ein Wildfang sein. Das ist nach dem Artenschutz nun zum Glück verboten. Heute kann man nur noch gezüchtete Schildkröten kaufen. Heidi wird auf
    60 - 70 Jahre geschätzt.

       

     

    Yolanda ist auch von der Schildkrötenauffangstation zu uns gekommen, zusammen mit Heidi. Sie sollen bei uns ein geruhsames und besseres  Seniorendasein leben können, ohne ständig  bedrängende Böcke.

    Am Panzer von Yolanda kann man gut erkennen, dass sie nach der Gefangennahme falsch ernährt wurde.   

       

     

    Im Frühling, wenn die Temperaturen gegen die 20° klettern, erwachen die Schildis noch etwas steif und bewegungslos aus dem Winterschlaf. Völlig verdreckt und mit Erde verklebt tauchen sie auf. Dann ist ein warmes Bad willkommen. Mit einem weichen Schwamm werden vor allem die Augen von der feuchten Erde befreit.

       

     

    Im warmen Wasser erwachen die Lebensgeister der Schildkröten sehr schnell. Man sieht förmlich, dass ein warmes Bad ihnen gut tut. Es ist jedes Mal wie ein kleines Wunder, wenn nach einem halben Jahr die Schildis, ganz ohne Futter, wieder aus der eisigen Erde hervorkriechen und von neuem zu leben beginnen.

       

     

    Vor der Eiablage machen sich auch bei Schildkrötenweibchen die Hormone bemerkbar. Meist ist es die aktivere Heidi, die dann Yolanda zu decken versucht. Während dieser Zeit ist sie ziemlich aggressiv und versucht  Yolanda auch in die Beine zu beissen. Das legt sich dann im Sommer wieder und die Beiden leben friedlich zusammen; sonnen sich den ganzen Tag und verziehen sich gegen Abend in ihre Behausung zurück.

       

     

    Auf Tomaten stehen die Schildkröten. Leider aber sind sie nicht als Futter geeignet.

    Ich kann ihrem Betteln nach Tomaten auch nicht immer  widerstehen, und gebe sie nur zwischendurch als Leckerbissen. Als Hauptmahlzeit müssen Heidi und Yolanda sich mit Löwenzahn begnügen.

       

     

    Das ist Yolanda mit dem verunstalteten Panzer, die so neugierig in die Welt guckt. Vielleicht ist sie eine von diesen Schildkröten, die damals in den 60iger Jahren von der Migros sackweise aus Griechenland importiert und für 5 Franken verkauft wurde. Als Kind habe ich auch so ein unglückliches Tier bekommen.

       

     

    Wenn die Sommerzeit da ist und das Wetter warm und sonnig, kann man jedes Jahr eine Eiablage beobachten. Natürlich sind die Eier der beiden weiblichen Schildis nicht befruchtet. Hier hat sich Yolanda eine günstige Stelle ausgesucht, unter einer frisch verlegten Steinplatte. Da gräbt sie dann stundenlang, bis das Loch die richtige Tiefe hat, um in kurzer Zeit 4 - 10 Eier hineinzulegen.